Im dritten und letzten Teil des Interviews beurteilen Christoph und Markus Pass die momentane Lage der Branche und geben einen kleinen Einblick in die Zukunft von Partnercash:
12. Der Markt ist härter und umkämpfter geworden. Kann man ganz platt sagen: Sein Geld mit Online-Erotik zu verdienen ist wesentlich schwieriger geworden?
Wenn man es mit den Goldgräberzeiten der Anfänge vergleicht dann garantiert. Vergleicht man es mit der allgemeinen Entwicklung des Internets muss ich sagen, dass dies einfach ein ganz normaler Prozess ist. Der Markt hat sich weiterentwickelt und hier trennt sich anbieterseitig einfach die Spreu vom Weizen. In einem Markt der sich stark verändert bedarf es an Weitblick, Konsequenz und Innovationskraft, um mit den Veränderungen Schritt halten zu können. Diese Veränderungen betreffen alle Teilnehmer des Marktes (Anbieter, Affiliates, Servicedienstleister und Endkunden). Um ein kleines Vergleichsbeispiel aufzuzeigen, möchte ich die Frage in den Raum werfen, wer von Ihnen 2003-2005 daran geglaubt hätte, dass Nokia 2012 seine Vormachtstellung im Verkauf von Mobilfunkgeräten verlieren würde. Die Technologie verändert sich und mit der Technologie auch die Art und Weise wie Inhalte transportiert und konsumiert werden. Wir investieren mehrere Millionen Euro pro Jahr in die Schaffung neuer Lösungen und Wege im Rahmen dieses Wandels und die Zeit wird zeigen ob wir zu jenen führenden Unternehmen mit Weitblick, Konsequenz und Innovationskraft zählen.
13. Immer mehr Gratisangebote tummeln sich im Netz. Welche Rolle spielt die „Geiz ist geil“ Mentalität in den Köpfen der User? Wie schafft man es trotzdem, die User dazu zubringen, für erotischen Content Geld auszugeben?
Natürlich gibt es zum einen Produkte, die von Haus aus nicht kostenlos derzeit auffindbar sind wie Amateurcommunitys, Datingportale oder Livecamportale. Wie lange dies jedoch noch so sein wird ist fraglich, so gibt es bereits heute erste kostenlose Livecamportalkonzepte und auch extrem erfolgreiche kostenlose Datingwebsites. Der grosse Auslöser von Gratisangeboten nach den ursprünglichen TGP’s und MGP’s in der Zeit zwischen 1999 bis heute haben 2006 vorallem die Tubesites gemacht und bannen seitdem bis zu 800 Millionen User pro Monat. Das Hauptinteresse dieser Leute liegt darin, kostenlos Erotikfilme zu konsumieren ohne große Barrieren bzw. Hindernisse. Weltweit nutzen bereits hunderte Firmen diese Magneten und platzieren kleine Leckerbissen auf den Tubes, um User für Ihren Content zu interessieren. Hat es bei dem User für den nötigen Wow Effekt gesorgt und ihm gefällt was er gesehen hat, so möchte er mehr davon und nicht selten machen normale Videopaysites über diesen Weg noch immer 1000 Neuabschlüsse. Die große Gefahr für Paysites liegt darin, dass sie kopierbar und verteilbar sind. Sind jene Contents erst mal vermehrt frei erhältlich leiden natürlich dadurch auch die Abschlussquoten. Genau aus diesem Grund haben wir mit Saboom ein interaktives Produkt geschaffen, das nicht ohne extremst große Aufwände kopiert und beliebig verteilt werden kann. Zusätzlich sorgt es durch seine Interaktivität für einen noch größeren Wow Effekt, welcher kombiniert mit der Möglichkeit das Produkt kostenlos auszuprobieren, langfristig für noch höhere Verkaufserfolge.
14. Sind hohe Qualität und Unique Content mehr denn je der Schlüssel für den Erfolg im Biz?
Mit absoluter Sicherheit sind hohe Qualität und Unique Content die Grundpfeiler eines jeden erfolgreichen Produktes der Zukunft. Aus unserer Sicht wird jedoch das alleine ohne den Weg und die Technik wie dieser Content von Kunden konsumiert werden kann zu erneuern alleine auf Dauer nicht mehr so erfolgreich sein. Heute können User Contents auf über 100 verschiedenen Devices täglich konsumieren. Herauszufinden, wie man ihnen dies auf den unterschiedlichen Devices mit einem WOW Effekt möglich macht, wird meiner Meinung nach über den Erfolg entscheiden.
15. Und welche Rolle spielen die großen Social Media-Portale wie Facebook, Twitter und auch Google+ für das Adult-Online-Biz?
Die Adultbranche kämpft seit dem Aufstieg der sozialen Netzwerke mit dessen Entwicklung Schritt zu halten. Erfolg im Social Media Bereich lebt von der bedingungslosen Identifikation der eines großen Teils der Öffentlichkeit mit dem was man anzubieten hat. Genau das macht es für die Erotikbranche so schwierig – wollen doch der Großteil der User Ihre sexuellen Vorlieben nicht wirklich öffentlich mit Ihren Nachbarn und besten Freunden austauschen. Natürlich gibt es eine gewisse wenn auch wachsende Userschicht für die dies kein Tabu darstellt, jedoch kann die Erotikbranche den Trend nicht gleichwertig nutzen wie dies im Mainstream der Fall ist.
16. Wenn ihr auf die vergangenen zehn Jahre zurückblickt, was war früher und was heute besser/leichter?
Wenn ich zurückblicke, so würde ich sagen war es leichter mit den technologischen Entwicklungen Schritt zu halten. Es kommt mir so vor, als würden Neuerungen sich um ein vielfaches schneller im Netz verbreiten und zum Standard werden, als dies noch vor 10 Jahren der Fall war. Wenn ich so darüber nachdenke was heute leichter ist, so ist es ganz klar um ein vielfaches einfacher, eine neue Geschäftsidee im Internet umzusetzen. Die Kosten um ein Projekt zu realisieren sind heute um ein vielfaches geringer als noch vor 10 Jahren und auch die Qualifikation des Personals oder Mitstreiter, die man für so ein Vorhaben braucht, ist heute höher und breitgestreuter. Hat man also die richtige Idee ist es aus meiner Sicht heute einfacher ein erfolgreiches Onlineprojekt zu starten.
17. In welche Richtung wird sich der Markt in den kommenden Jahren entwickeln? Auf was müssen sich PP-Betreiber und Webmaster einstellen?
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