Interview zur Marktlage mit Inhaber Christoph Pass
Für die nächsten Tage haben wir uns wieder etwas besonders Spannendes für euch ausgedacht. Wir haben unseren Firmeninhaber Christoph Pass zur aktuellen Markt-Situation und seiner Meinung zur Zukunft der Branche interviewt. Das Interview wird in mehreren Teilen hier erscheinen, da euch Christoph einen tollen und detailierten Einblick geben möchte.
Sehr viele von euch kennen Christoph natürlich und haben sicher auch schon auf Events mit ihm gequatscht. Für alle, die unsere Ideen-Fabrik Christoph noch nicht kennen, möchten wir zuerst einen kleinen Überblick seiner Person geben.
Name: Christoph Pass
Position bei Partnercash: Inhaber
Alter: 30
Im Online-Business tätig seit: 1999
Das mache ich in meiner Freizeit: Musik, Familie, Fortbildung, Grillen, Brettspiele, Bücher lesen
Mein ganz persönliches Lebensmotto: The deeper you fall – the higher you fly
Mein Motto im Geschäft: Erfolg ist oftmals genau da weiter zu machen, wo andere schon längst aufgegeben haben.
Die ersten BEIDEN Fragen gibt es heute für euch, wir wünschen euch ganz viel Spaß beim Lesen:
Frage:
In den letzten Monaten haben einige, auch internationale Partnerprogramme wie z.B. eurorevenue, wegcash, perfectgonzo, etc… geschlossen. Welche Gründe können – deiner Einschätzung zufolge – für eine Schließung eines Partnerprogrammes verantwortlich sein?
Antwort Christoph:
Die Gründe für die Schließung von Partnerprogrammen in der aktuellen Zeit können vielfältig sein, aber ich möchte hier mal auf einige Möglichkeiten eingehen. Viele Partnerprogramme gerade im Videobereich leiden unter dem Zerfall der klassischen Video Paysite Industrie. So wie die Offline Erotik Industrie leiden auch genauso Online Anbieter von Video Inhalten unter der Flut an kostenlosen Contents auf Tube Websites.
Viel Schlimmer jedoch als Tube Sites sind die diversen 1 Click Hoster und Uploader Netzwerke. Hier kann man als Kunde bis zu 150.000 DVDs wirklich in High Quality kostenlos herunterladen. Das Ganze ist unkompliziert und günstig für den Kunden. Bis vor einiger Zeit fand man auf diesen Netzwerken vorwiegend US Content und oftmals auch nicht die großen und bekannten Brands.
Neuerdings jedoch findet man dort nahezu jede DVD Produktion kurz nach Ihrer Erscheinung zum Download. Auch wir merken deren Präsenz seit einiger Zeit an unseren Verkaufsraten und zwar seit auch deutsche Top Produktionen von bekannten Serien oder vor allem auch Pornostars dort zur Gänze erhältlich sind.
Der US Markt ist dem Druck von Tube Websites und 1Click Hostern schon viel länger ausgesetzt als der deutsche Markt und daher denke ich sind die Abschaltung von US orientierten Programmen eigentlich nur die Vorläufer für einen Trend, der auch vor Europa nicht halt machen wird. 1 Click Hoster sind heute mit verschiedensten Download Software Diensten wie beisp. Jdownloader oder dergleichen extrem einfach für die Kunden zu bedienen und beinhalten neben dem großen Vorteil „kostenlos“ zu sein auch keine weitere Hürden wie einen Registrierungsprozess oder gar einen Face2Face-Check oder anderen Jugendschutzprozess. Wer kann es da dem Kunden verdenken sich an jenen Plätzen sein Vergnügen zu suchen.
Neben diesem Problem haben US Websites oftmals ihr ganzes Business Modell vor allem auf Cross Sales gesetzt. Mit dem Abschluss eines Abos haben sie ihren Kunden oftmals dann gleich 3-4 Abos zusätzlich verkauft. Aufgrund rechtlicher Änderungen und auch der nicht mehr vorhandenen Akzeptanz dieser Methoden seitens Visa- und Mastercard rechnet sich das Abo Modell in den USA kaum noch bis gar nicht. Ein großes Problem hierbei ist vor allem der Preis. Die Preise für ABO Paysites sind in den USA schon seit Jahren im freien Fall. Heute bekommt man an vielen Stellen Abos als Kunde bereits für einen Monatsbeitrag von 7,90 USD angeboten. Hierbei sprechen wir von einem Endkundenpreis von 6 Euro pro Monat. Ziehen wir dann von diesem Betrag nochmalig die Paymentkosten und den realen Aufwand für die Bereitstellung und den Support der Seite, so wird es schwierig hier noch Vertriebskosten irgendwo aufzutreiben, mit dem man dann dem Webmaster am Erfolg beteiligen könnte oder eben Werbung buchen kann.
Die Preise für Mainstream Paysites werden sich – meiner Meinung nach – nicht mehr erholen und irgendwann wird das Szenario darin enden, dass für eine klassiche Video Paysite kaum noch Leute bis gar keine Leute mehr Geld bezahlen werden. Will man also im klassischen Video Paysite Entertainment Markt noch weiterhin Geld verdienen, so wird das – wenn auch nicht gleich – künftig nur noch in den verschiedensten Nischenthemen möglich sein.
Die Lösung aus dieser Situation kann nur in der Innovation von Produkten liegen bzw. in der Schaffung von Mehrwerten um den Produktlebenszyklus von Adult Video Paysites zu verlängern. Da der Preis sich gegenüber dem Endkunden kaum erhöhen lassen wird, so rechne ich mittelfristig damit, dass Partnerprogramm Betreiber entweder ihr Provisionsmodell gegenüber dem Webmaster verändern müssen oder den Anteil der Provision gegenüber dem Webmaster verringern müssen, da sonst ein wirtschaftlicher Betrieb solcher Video Paysites nicht mehr möglich sein wird.
Da diese Form oftmals nur schwer durchsetzbar sein wird, rechne ich hier mit weiteren Schließungen gegenüber den Webmastern. Wie man am Beispiel der genannten Firmen sieht betreiben diese ihre Websites weiter, vermarkten diese aber nicht mehr über Webmaster.
Frage:
Dein Bruder und du betreiben Partnercash als erfolgreiches Affiliatesystem für Adultwebmaster nun schon mehr als 10 Jahre. Markt-Änderungen machen auch nicht vor der Tür von Partnercash halt. Welche Schritte habt ihr unternommen, damit Partnercash – trotz der starken kostenlosen Konkurrenz im Netz– auch weiterhin so erfolgreich sein kann?
Antwort Christoph:
Ganz recht, auch vor unseren Türen macht die Zeit keine Ausnahme und wir müssen uns den aktuellen Gegebenheiten des Marktes laufend anpassen und rechtzeitig strategisch in die Zukunft blicken um Trends nicht zu verpassen und diese wenn möglich auch manchmal selbst setzen. Unserer Erfahrung nach verändert sich das Adult Business mindestens alle 3-4 Jahre grundlegend durch Veränderung des Benutzerverhaltens, oder aber durch von Anbieter herbeigeführte Innovationen.
Wir bei Partnercash waren seit jeher sehr stark mit der Videoindustrie verbunden und haben bis zum Jahr 2005 das größte Video Paysite Netzwerk im deutschsprachigen Raum aufgebaut. Bereits damals haben wir gemerkt, dass sich kostenlose Videocontents schon sehr bald im Netz durchsetzen werden aufgrund der stark gestiegenen Bandbreiten von Internet Anschlüssen. Was früher TGP’s und MGP’s gewesen sind, das sind seit 2006 an Tube Websites, die den Konsum von kostenlosen Contents für den Kunden noch einfacher gemacht haben. Genau aus diesem Grund haben wir 2005 damit begonnen, Produkte im interaktiven Bereich aufzubauen wie unsere Communitys (Sexkiste, Amateurseite, Rotlichtkartei, uvm.). Diese Produkte haben den großen Vorteil, dass sie nicht 1:1 aus dem Netz kostenlos heruntergeladen werden können und darüber hinaus Kunden noch stärker binden. Partnercash bietet heute seinen Partnern die größte Community Vielfalt und diese wird nach und nach noch weiter ausgebaut werden.
Um die Umsätze für unsere Webmaster im Video Paysite Segment weiter hoch zu halten und noch steigern zu können, haben wir uns 2006 dazu entschieden sämtliche Markencontents von Top Studios als erster Anbieter so zu lizensieren, um damit auch abofähige Websites aufbauen zu können. Bis dahin haben Anbieter oftmals nur im Sharing mit der Videoindustrie zusammengearbeitet und nach Download oder auf Verleih Basis abgerechnet. Wir haben über 6 Millionen Euro in exklusive und nonexklusive Lizenzen und Produktionen von Top Studios investiert, um unseren Webmastern das Potential von Abo Websites mit diesen Contents zu ermöglichen. Damit war es uns möglich sämtliche Angebote von Pornostars und den Toplabels (beisp. Gina Wild, Jana Bach, Vivian Schmitt, Dolly Buster, Rocco Sifredi, usw.) zu schaffen, welche auch heute in Zeiten rückläufiger Umsätze von Video Paysites noch immer Top Conversions erzielen und damit noch einige Zeit Top Provisionen für unsere Webmaster sichern werden.
Neben der Schaffung exklusiver Contents haben wir uns vorallem mit der Optimierung unserer Zahlungsprozesse und Kundenprozesse beschäftigt, um unsere Stammkunden noch weitere Verbesserungen bieten zu können, sodass deren Zufriedenheitsgrad sich durch höhere Verweildauern in deren Abonnements auswirkt. Im Rahmen dessen haben wir auch einige unserer ältesten Angebote abgeschalten und auf neuere Angebote migriert. In diesem Zuge wurden sehr viele Websites erneuert und auf neuere Standards angepasst, um künftig flexibler auf kommende Änderungen reagieren zu können.
Nach den vielen Jahren mit dem Aufbau von Brands für unsere Communitys und dem Aufbau von Markenportalen für Anbieter wie ÖKM, Cherry, Happy-Weekend, Dollybuster, usw. haben wir uns dann auch dazu entschlossen, unserem Video Entertainment Bereich einen eigenen Brand zu verpassen und haben das Projekt „Joyfactor“ ins Leben gerufen unter dessen Dach wir einen Großteil dieser bekannten Markencontents zusammengeführt haben und zu einem günstigen Monatspreis von 9,90 Euro anbieten.
Durch den zunehmenden Druck der Jugendschutz Bewegungen der letzten Jahre und den sehr bald schon kommenden Veränderungen hinsichtlich des Jugendmedien Staatsvertrages haben wir uns dazu entschlossen einen Softbrand wie „Joyfactor“ aufzubauen, mit dem wir auch sämtliche Anforderungen hinsichtlich Face2Face, FSK12 und Sendezeitenbeschränkung zu gegebener Zeit erfüllen wollen. Im Ernstfall wird Joyfactor vielen unserer Video Paysites Zuflucht bieten, um bestehenden Traffic bestmöglich verwerten zu können. Es kann aus heutiger Sicht noch kein Mensch zutreffend beurteilen, was mit Paysites, die nicht FSK12 tauglich sind, ab dem 1.1.2011 passieren wird. Unsere Communities sind schon heute darauf vorbereitet unter diesen gesetzlichen Bestimmungen betrieben zu werden und nach unzähligen Tests konnten wir hier auch keine Verschlechterung der Conversion feststellen und harren der Dinge, die da kommen mögen.
Dies sind vor allem Dinge, die wir bis 2009 getan haben, um auf Veränderungen im Markt durch Anpassungen unseres Produktportfolios zu reagieren und dieses neu auszurichten. Das Jahr 2010 steht vor allem unter dem Motto der „Newcomer“, wo wir uns voll und ganz auf das Thema Innovationen eingeschossen haben und schon in Kürze völlig neuartige Produkte vorstellen werden, mit denen wir hoffen, auf einem kostenlosen Erotikmarkt neben unseren Communities zwei weitere Segmente erfolgreich in Zukunft betreiben zu können. Dazu werdet ihr in Kürze mehr per unserem Webmaster Newsletter oder auch hier im Blog erfahren.
Wir hoffen, die ersten beiden Fragen des Interviews waren interessant für euch. Drei Fragen warten in den beiden nächsten Blogbeiträgen noch auf euch…


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